Buch schreiben trotz Vollzeitjob

„Ich würde so gern ein Buch schreiben, hab aber einfach keine Zeit dafür.“

Ganz ehrlich: Wenn ich solche Sätze höre, kann ich nur den Kopf schütteln. Denn weißt du was? Wir alle haben die gleichen 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Nicht mehr und nicht weniger. Die Frage ist nur, wie wir diese Zeit nutzen. Wenn ich etwas wirklich durchziehen will, wenn mir etwas wichtig ist, dann nehme ich mir die Zeit dafür. Egal, wie viele andere „unglaublich wichtige“ Dinge wie Netflix, Facebook oder ein Nachmittagsschläfchen auch auf dem Plan stehen.

Als ich zu schreiben begonnen habe, bin ich noch zur Schule gegangen – 40 Stunden in der Woche. Ja, es war eine zeitintensive Schule. Trotzdem habe ich es geschafft, in einem Jahr zumindest ein Buch zu schreiben. Zugegeben: Ich habe Prioritäten gesetzt. Und diese Prioritäten waren nicht die Schule. Damit möchte ich nicht sagen, dass ich eine schlechte Schülerin war – ganz im Gegenteil. Oft haben zwar meine Hausaufgaben unter meine Liebe zum Schreiben gelitten, aber bei welchem Sechzehnjährigen ist das nicht so?

Ich wusste einfach, was mir wichtig ist. Und genau das ist der springende Punkt.

Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen!​

Was willst du wirklich?

Stell dir mal eine Frage: Möchtest du ein Buch schreiben, weil tief in dir drin eine Geschichte ruht, die du unbedingt erzählen möchtest? Die du mit der Welt teilen möchtest? Oder willst du nur „einfach“ Geld verdienen und dich wie J.K. Rowling feiern lassen? Das ich ein großer Unterschied. Denn wenn dich nur Letzteres interessiert, bist du hier falsch.

Ich habe so oft mit Menschen geredet, die gemeint haben: „Ich will ja auch unbedingt mal ein Buch schreiben. Aber ich weiß nicht, worüber. Außerdem hab ich dafür keine Zeit.“ Um ehrlich zu sein, finde ich diese Aussage ein wenig anmaßend. Denkst du wirklich, dass es so einfach ist, ein Buch zu schreiben? Dass man eine Geschichte einfach so aus dem Ärmel schütteln kann? So einfach ist es nämlich nicht. Besonders, wenn man ein gutes Ergebnis abliefern möchte. Dafür benötigt man Zeit. 

Aber woher soll man die nehmen, wenn man schon kaum Freizeit hat?

Hast du keine Zeit oder willst du dir nur keine nehmen?

Denn wenn du einer dieser Menschen bist, die ich eben in meinem Beispiel erwähnt habe, dann ist die Antwort hierauf klar: Natürlich hast du keine Zeit, um ein Buch zu schreiben. Weil das alles nichts weiter als leere Worte sind. Du willst kein Buch schreiben, du willst nur interessant wirken. (Zumindest ist das der Eindruck, den solche Sätze bei mir bewirken.)

Um ein Projekt erfolgreich zu beginnen, muss man mal anfangen. Und hierbei scheitert es schon bei den meisten. Wie du dein Projekt am besten startest, kannst du jederzeit in meinem Schreibratgeber nachlesen. Dort erhältst du sogar eine Schritt für Schritt-Anleitung, wie du aus deiner Idee ein ganzes Buch machst.

Du musst den Sprung ins kalte Wasser wagen!​

Aber ich muss doch arbeiten … 

Das leidige Thema Arbeit. Glaub mir, ich kenne dieses Problem nur zu gut. Es war für mich auch nicht einfach, einen 40 Stunden-Job und das Schreiben unter einen Hut zu bekommen. Aber es ist nicht unmöglich. Alles, was du brauchst, ist ein bisschen Organisation.

Ah, Organisation. Ein Wort, das bei den meisten Menschen zu unangenehmen Magenschmerzen führt, in meinem Bauch aber ein freudiges Prickeln hervorruft. Ich LIEBE es, zu planen. Darum ist es mir auch nicht sonderlich schwer gefallen, Schule oder Arbeit und Schreiben unter einen Hut zu bekommen.

Ich weiß, dass es alles andere als einfach ist. Mein Tagesablauf sah lange Zeit so aus: 

06:00 – Aufstehen, fertig machen, losfahren
07:00 – Arbeit
16:00 – Endlich zu Hause ankommen. ESSEN.
17:00 – 1.000 Wörter schreiben (wenn ich vom langen Arbeitstag keine Kopfschmerzen hatte).
18:00 – Marketing; Beiträge schreiben, Mails und Nachrichten beantworten
19:00 – To Do-List abarbeiten; Änderungen Website, Haushalt, den morgigen Tag vorbereiten

Und dann ist der Tag auch schon fast wieder um. So schnell kann’s gehen. ABER: Ich hab 1.000 Wörter geschrieben. Wenn ich das jeden Tag nach der Arbeit schaffe, habe ich nach einer Woche 5.000 Wörter. Vielleicht schaffe ich am Wochenende auch was. Und auch, wenn ich nicht jeden Tag schreibe, schaffe ich es in diesem Tempo, in 2-3 Monaten mein Buch fertig zu schreiben. Obwohl ich 40 Stunden in der Woche arbeite.

Und weißt du, warum ich das schaffe? Weil mir das Schreiben am Herzen liegt. Es gibt nichts, was mich davon abbringen könnte. Sogar wenn ich Kopfschmerzen habe, versuche ich zumindest 500 Wörter niederzutippen. Dabei geht es nicht um die Qualität der Wörter, sondern einfach um die Überwindung.

Arbeitsplatz für Autoren
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Routine ist dein bester Freund

Es geht darum, einfach anzufangen. Und dann darum, es durchzuziehen. Versuche, jeden Tag zu schreiben. Dabei ist es unwichtig, ob du 100 Wörter, 500 oder sogar 1.000 schaffst. Wichtig ist nur, dass du das Schreiben in deinen Alltag integrierst – so wie das Zähneputzen. (Zumindest hoffe ich, dass du dir jeden Tag die Zähne putzt.)

So wird das Schreiben in deinen Alltag integriert. Mit der Zeit gewöhnst du dich an diese Routine und es wird dir immer leichter fallen, deine tägliche Wortanzahl aufs Papier zu bringen. Außerdem wirst du lernen, schneller zu tippen, was bedeutet, dass du noch mehr Wörter in der Stunde schaffst. Mehr Infos zu meiner Morgenroutine als Autorin findest du übrigens in einem anderen Artikel.

Worauf warten?

Du siehst: Du brauchst nicht viel Zeit, um ein Buch zu schreiben. Das sind alles nichts weiter als faule Ausreden! Schon mit einer Stunde am Tag kannst du so viel erreichen – und auf jeden Fall mehr als wenn du darauf wartest, dass dein Manuskript irgendwie von Geisterhand fertiggestellt wird.
Also fang einfach an!

Übrigens! 

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Posted by:Nina Hirschlehner

2 replies on “So schreibst du ein Buch neben deinem 40-Stunden-Job

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