Wer viel liest, der weiß auch, wie ein Buch von innen aussieht. Trotzdem ist es oft schwer, sich daran zu erinnern, wenn man plötzlich vor dem leeren Dokument sitzt. Besonders die Zeichensetzung bei Dialogen bereitet vielen Schreibanfängern scheinbar sehr große Schwierigkeiten.

Dabei ist es doch gar nicht so schwer! Es gibt nur wenige Regeln zu beachten.ist 

Dialoge bringen Leben in deine Geschichte

Deine Figuren müssen miteinander kommunizieren, das ist ganz klar. Aber wie macht man das am besten?

Nun, zuallererst solltest du dir darüber klar sein, wie deine Charaktere sprechen. Das ist etwas, worüber du dir schon bei der Ausarbeitung deiner Geschichte Gedanken machen solltest. Nur so bekommt jede Figur seine ganz eigene Stimme, die auch zu ihrem Wesen passt.

Wenn es dich interessiert, wie du Dialoge lebendiger gestalten kannst, dann hinterlasse mir gerne einen Kommentar. Ich schreibe dir gerne einen eigenen Artikel zu diesem Thema.

Außerdem solltest du dich auf jeden Fall in meine Mailingliste eintragen. Am Wochenende schicke ich nämlich eine ganz besondere e-mail für dich zum Thema „Dialoge“ aus.

Sie enthält eine super hilfreiche Sammlung von Worten, die du statt dem üblichen „sagen“ verwenden kannst, um deine Texte noch besser zu machen.

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Die richtige Zeichensetzung

Heute widmen wir uns aber nicht dem Stil von Dialogen, sondern dem „technischen“ Part. Hier also meine wichtigsten Infos zur richtigen Zeichensetzung:

Erklärung steht vor der wörtlichen Rede

Sie sagte: „Ich lese heute ein Buch.“

Hier haben wir einen Doppelpunkt, auf den hin die wörtliche Rede folgt. Danach kommt das Anführungszeichen, euer Satz, ein Punkt (bzw. Frage- oder Rufzeichen) und dann noch mal ein Anführungszeichen. Ich hebe die Sache mit dem Punkt hier absichtlich hervor, denn bei meinem nächsten Beispiel sieht das ganze etwas anders aus.

Erklärung steht nach der wörtlichen Rede

„Ich lese heute ein Buch“, sagte sie.

Du siehst: Da steht kein Punkt, sondern ein Komma. Ich sehe so oft – auch in SP-Büchern –, dass so ein Satz mit einem Punkt beendet wird, aber das ist FALSCH. Die einzige Ausnahme: Ein Frage- oder Rufzeichen darf sehr wohl hin.

„Ich lese heute ein Buch!“, sagte sie.

Sätze ohne Erklärung beenden

Man muss  nicht immer ein sagte, dachte, meinte, behauptete hinter den Satz stellen. Es gibt elegantere Lösungen, eine wörtliche Rede zu gestalten. Ein guter Anfang ist es schon mal, nicht immer das Wort sagte zu verwenden, sondern es mit Synonymen zu versuchen.

(Hier noch mal eine kleine Erinnerung an die Mailing-Liste (; )

Ein Beispiel

Ich habe dir ein Beispiel aus meinem Buch „Lass uns Träume sammeln“ mitgebracht. In dieser Szene gibt es einige wörtliche Reden. Du wirst sehen, es gibt viele Wege, einen Dialog zu gestalten.

Ich merkte, dass sein Blick an meinem Unterarm entlangwanderte und dabei an dem Tattoo hängen blieb. Er inspizierte die Mondlaufbahn, die darauf abgebildet war.
»Nettes Tattoo«, meinte er.
»Danke.«
»Hat es eine Bedeutung?«
Ich warf ihm einen kurzen Blick von der Seite zu. »Wer würde sich ein Tattoo stechen lassen, das keine Bedeutung hat?«
»Haufenweise Leute.« Punkt für ihn. »Also, raus mit der Sprache. Was hat es mit den Monden auf sich?«
Nervös zupfte ich an meinem Teebeutel. Es war mir unangenehm, darüber zu sprechen. Jamie würde mich nur für verrückt halten, da war ich mir sicher. So war es doch immer schon gewesen. Ich war immer das merkwürdige Mädchen, das an Dinge glaubte, die es nicht gab. An Dinge, die man nicht beweisen konnte.
»Ich mag den Mond eben, okay? Und auch wenn es seltsam klingt, bin ich davon überzeugt, dass er viel mehr Einfluss auf diese Welt hat, als du vielleicht denkst.«
Es war nicht zu übersehen, dass Jamie da anderer Meinung war. Er schien sich ein Lachen nur mit Mühe verkneifen zu können. Hatte ich es doch gewusst: Auch er hielt mich für verrückt. Warum hatte ich ihm auch die Wahrheit gesagt? Warum hatte ich gedacht, er würde anders reagieren, als all die anderen?
»Du glaubst an diesen Quatsch?«
Ich spürte, wie mein Gesicht heiß wurde. Na toll, das hatte ich davon. Ich vertraute ihm etwas an und er lachte über mich. Ich würde es wohl nie lernen. »Und woran glaubst du?«
»Zahlen und Fakten.« Jamie grinste. »Ich glaube an alles, was bewiesen werden kann.«
»Das ist schön für dich.« Ich hoffte, dass damit das Thema beendet war. Ich hatte keine Lust mehr, mich für das rechtzufertigen, woran ich glaubte.
»Aber dir ist schon klar, dass der Mond nichts weiter als eine hässliche, schwarze Kugel ist, oder?«, fragte Jamie und ich fluchte innerlich. Warum konnte er es nicht einfach dabei belassen? »Ich meine, ohne die Sonne wäre er nichts. Er strahlt nur, wenn er von ihr beschienen wird.«
Genervt atmete ich tief durch. »Er hat die Macht, ganze Meere zu bewegen. Können deine Zahlen und Fakten das auch?«
»Nein«, räumte Jamie ein und grinste. »Aber ich würde mir auch niemals eine Gleichung tätowieren lassen.«
Noch ein Punkt für ihn.

Du siehst: Die Zeichensetzung ist gar nicht so schwer! Du musst dich nicht an viele Regeln halten. Aber die, die es gibt, müssen befolgt werden. Ansonsten kann die Geschichte noch so gut sein – das Lesen wird zu einer Qual!

Rede mit mir!

Hast du Probleme mit der Zeichensetzung in Büchern – etwa mit dem fiesen Komma? Oder geht dir das ganz leicht von der Hand?

Ich bin sehr gespannt, welche Erfahrungen du bisher mit der Zeichensetzung gemacht hast und freue mich, von dir zu hören! 

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Du möchtest ein Buch schreiben? Dann musst du erst mal anfangen! Das ist das Allerwichtigste. Wenn du nicht loslegst, dann wirst du nie etwas erreichen. Und dein Traum bleibt für immer ein Traum!

Was soll schon schiefgehen?

Überleg dir mal Folgendes: Wenn du heute loslegst und jeden Tag fünfhundert Wörter schreibst, dann bist du mit der Rohfassung im Idealfall in gut 3 Monaten fertig. Und wenn du heute nicht anfängst, wann wirst du dann dein Buch beenden?

Wovor hast du Angst?

Posted by:Nina Hirschlehner

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