„Die Hauptperson ist nervig und die Handlung überhaupt nicht nachvollziehbar! 1 Stern, und nicht mal der ist die 0,99€ wert, die ich bezahlt habe.“

Im Laufe des Autorenlebens wird bestimmt jeder mal mit einer solchen Bewertung konfrontiert, die keinerlei Hinweise aufweist, was dem Leser denn nun nicht gefallen hat. Die einfach nur da ist, um fies zu sein. Aber wie soll man daraus lernen? Und wie soll man mit so etwas umgehen?

Schreib mir gern in die Kommentare, wenn du schon mal eine Rezension wie diese bekommen hast.

Als Autor muss man Kritik vertragen können

Das liest man an allen Ecken und Enden. Ja, es stimmt. Man muss sehr wohl kritikfähig sein, denn das Buch (oder seine Reichweite) lebt zum Großteil von Bewertungen auf Plattformen wie Amazon.

Aber muss man sich deshalb auch alles gefallen lassen?

Ich fürchte, die Antwort wird dir nicht gefallen.

Denn während sich jeder Mensch ganz offen in Kritiken über dein Herzensprojekt auslassen kann und schön anonym bleibt, stehst du mehr oder weniger im Licht der Öffentlichkeit. Als Autor zählt deine Marke, deine PersönlichkeitWie ich in meinem Marketing-Crashkurs immer wieder erwähne: DU BIST DEINE EIGENE MARKE. Was du auch tust, es hinterlässt einen Eindruck bei Lesern, Bloggern, Verlagen und jedem, der dich sieht. Also auch, wenn du dich über „schlechte Kritik“ auslässt. Egal, ob diese nun unfair ist oder nicht.

Ich habe schon oft mit Lesern und Bloggern darüber gesprochen. Es gibt viele Autoren, die solche gemeinen 1-Sterne-Rezensionen bekommen und sie dann öffentlich teilen, um sich Zuspruch aus ihrer Community zu holen. Und das verstehe ich auch. Man will seinem Ärger Luft machen. Aber welche Auswirkungen hat das auf andere? Viele Blogger distanzieren sich von solchen Autoren, weil sie Angst bekommen, ihre ehrliche Meinung in Rezensionen zu schreiben. Sie könnten ja die nächsten sein, die angeprangert werden.

Nur wie gehe ich dann damit um?

Ist die Kritik gerechtfertigt?

Es gibt keine universale Antwort, wie du mit Kritik umgehen kannst. Wichtig ist aber, dass du dir folgende Frage stellst:

Ist die Kritik gerechtfertigt oder dient sie nur dem Zweck, mich zu verletzen oder zu ärgern?

So gemein es auch klingt, manche Menschen haben es tatsächlich nur darauf abgesehen, dir wehzutun. Vielleicht sind sie unzufrieden mit sich selbst. Vielleicht hatten sie einen schlechten Tag und wollen ihrem Ärger anonym im Internet Luft machen. Sie schreiben bissige Kommentare oder Bewertungen, schicken beleidigende Nachrichten und so weiter.

Wichtig ist nur, dass du diese Aktionen als solche erkennst und sie dir nicht zu Herzen nimmst!

Lies dir den Text genau durch und analysiere ihn. Bezieht er sich auf etwas? Wird in einer Rezension zum Beispiel ein gewisses Verhalten deiner Charaktere bemängelt? Oder steht da nur: „Das Buch war Kacke?“

In diesem Fall, kannst du den Kommentar ohne Bedenken in die Mülltonne werfen. Da gehört er nämlich hin. Das ist natürlich einfacher gesagt. Gemeine Kommentare oder Nachrichten kann man löschen. Rezensionen nicht. Darum tun sie auch umso mehr weh.

Aber denk immer daran: Du hast einen Ruf als Autor. Und den solltest du nicht beschädigen, nur weil dich jemand provoziert. Teile schlechte Rezensionen NICHT. Sieh darüber hinweg. Wenn sie gerechtfertigt und begründet sind, zieh deinen Nutzen daraus, dann hake die Sache ab. Lass dir davon nicht den Tag, die Woche, das Jahr oder gar dein Autorenleben vermiesen.

Kurz und knackig:

Unterscheide zwischen konstruktiver Kritik und solcher, die nur verletzen soll. Zu ersterer komme ich gleich noch, Letzteres kannst du nicht ändern. Akzeptiere, dass es passiert ist, und mach weiter!

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Warum Kritik so wichtig ist

Jetzt haben wir ganz viel über fiese und gemeine Kritik gesprochen. Aber es gibt auch gute Kritik, beziehungsweise konstruktive Kritik. Das sind Anmerkungen, die dir dabei helfen, besser zu werden.

Bestenfalls sollte diese von Testlesern und Lektoren kommen, nicht erst dann, wenn das Buch schon veröffentlicht ist. So entstehen nämlich negative Rezensionen, und das möchtest du doch vermeiden, oder?

Kritik macht deine Geschichte (und auch dich selbst) besser, wenn du sie denn annimmst. Meine besten Tipps zum Umgang mit Kritik findest du gleich hier unten. Wichtig ist aber, dass du verstehst, warum Kritik so wichtig ist.

Niemand ist perfekt, das ist die wahrscheinlich klar. Jeder kann und sollte sich immer weiter verbessern. Wie sagt man so schön? Man lernt nie aus. Also denke nicht, dass dein Buch das Nonplusultra ist, sondern sei froh über Tipps, wie du noch besser werden kannst. Denn nur so wird aus dir ein richtig guter Autor. Du weißt schon, wer aufhört zu treten, wir sich nie von der Stelle bewegen. Oder so ähnlich.

Wie gehe ich mit Kritik um?

Wenn du eine Rezension, eine Nachricht oder einen Kommentar erhältst, der dich kritisiert, dann passiert etwas in dir. Vermutlich fühlst du dich und deine Arbeit angegriffen, und was passiert dann? Du wirst wütend.

Also reagiere niemals sofort auf Kritik.

Mache einen Schritt zurück, antworte nicht sofort. Lass die Kritik ein paar Stunden, oder besser noch einen Tag liegen, damit du die Worte verdauen kannst. Mach dir in der Zeit ein paar Gedanken dazu.

In allem steckt ein Fünkchen Wahrheit. Was könnte es hier sein? Was könnte die Person meinen?

Wäge in Ruhe die Optionen ab. Denk darüber nach, ob und wie du es hättest anders machen können. Wäre das Ergebnis dadurch besser geworden?

Lass dich durch Kritik aber nicht verbiegen und nimm sie dir nicht so sehr zu Herzen. Betrachte sie ganz nüchtern. Du musst nicht alles umsetzen, was man dir vorschlägt. Aber du solltest es zumindest in Erwägung ziehen. Vielleicht kannst du dadurch ja dich oder deinen Schreibstil verbessern!

Wenn du alles in Ruhe bedacht hast, setze dich noch mal hin und antworte freundlich auf den Kommentar oder die Nachricht. Bedanke dich für die Anmerkungen und damit ist die Sache abgeschlossen.

Vielleicht hast du dabei etwas gelernt. Aber ganz sicher hast du deinen Ruf bewahrt und keine schlechte Stimmung verbreitet. Gut gemacht!

Wie leicht/ schwer fällt es dir, mit Kritik umzugehen?

Ich denke, Kritikfähigkeit zu lernen ist ein langer Prozess. Darum rate ich dir auch, dir Zeit zu lassen. Wie siehst du das? Wie schwer oder leicht fällt es dir, mit Kritik umzugehen? Schreib es mir in den Kommentaren!

Psst! Kennst du schon das neueste Cover aus meiner Coverschmiede?

Dir gefällt es? Dann hol es dir, bevor es jemand anderer tut!

Posted by:Nina Hirschlehner

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