Selfpublishing oder Verlag – eine der ersten großen Fragen, die sich stellen, wenn du vorhast, ein Buch herauszubringen. Wer sich schon mal mit dem Thema beschäftigt hat, ist bestimmt schon über die beiden Begriffe gestoßen. Aber was genau sind die Unterschiede. Was ist „besser“?

Heute erzähle ich dir, was es mit beidem auf sich hat, wie es abläuft und was meine persönlichen Erfahrungen mit Selfpublishing und Verlag sind.

Schreibe mir gern in die Kommentare, wie du dein Buch veröffentlicht hast, wenn es bei dir schon so weit ist.

Was tun mit einem fertigen Manuskipt?

Das ist die Frage, die sich einem angehenden Autor stellt, der gerade seine Geschichte beendet hat. Sie wurde geschrieben, um veröffentlicht zu werden. Aber, wie macht man das eigentlich?

Flashback ins Jahr 2014. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon die ersten vier Teile meiner Vampir-Reihe beendet, in die ich mich Hals über Kopf verliebt hatte. Meine erste Geschichte. Ich wusste, dass ich die in die Welt hinaustragen wollte. Ich MUSSTE es.

Nur wie? Ich habe mich wahnsinnig lange mit diesem Thema auseinandergesetzt. Sogar meine Abschlussarbeit darüber geschrieben. Und dabei habe ich etwas gelernt. Die Zeiten, in denen man ein Manuskript in die Hände völlig Fremder gibt und dann auf deren Hilfe angewiesen ist, sind vorbei.

Ein Buch veröffentlicht man über einen Verlag

Das ist es, was unsere Deutschlehrerin uns beigebracht hat. Man schickt sein Manuskript an einen großen Verlag, der nimmt es dankend an, veröffentlicht es und ZACK! Man ist reich wie J.K. Rowling.

Schwachsinn.

Nicht nur, dass die Bucheinnahmen oft völlig überschätzt werden (wenn du willst, schreibe ich dir dazu auch gern mal einen Artikel. Sag es mir in den Kommentaren). Ein Buch bei einem Verlag unterzubringen ist weitaus komplexer und garantiert nicht die einzige Möglichkeit, deine Geschichte in die Welt hinauszutragen. Das war vielleicht mal so, aber mittlerweile bist du nicht mehr von anderen abhängig. Aber mehr dazu gleich.

Es gibt also zwei beliebte Varianten: Das Selfpublishing (auch Eigenverlag genannt) und das traditionlle Veröffentlichen mit Verlag. Kurz – Selfpublishing vs. Verlag.

Beides hat ganz klar Vor- und Nachteile und ich maße mir in diesem Artikel nicht an, dir zu sagen, was für dich die bessere Variante ist. No way!

Ich erkläre dir hier lediglich den Unterschied und erzähle dir, wofür mein Herz schlägt. Bist du bereit? Dann mal los! 

Für mehr hilfreiche Tipps und Bonusmaterial melde dich für meinen Autorenleben-Newsletter an! 

Sollte etwas bei der Anmeldung nicht klappen, klicke hier.

Ein Buch mit einem Verlag veröffentlichen

Die wohl bekannteste Art, ein Buch zu veröffentlichen. Natürlich, immerhin funktioniert es seit jeher so, dass ein Autor ein Manuskript an einen Verlag schickt und sich dieser fortan um alles kümmert. Das kann gleichermaßen Fluch und Segen sein, doch dazu habe ich in meiner Zusammenfassung mehr geschrieben. Erst mal die Fakten.

Nehmen wir an, du erhältst einen Verlagsvertrag. Danach passiert Folgendes:

• Der Verlag kümmert sich um Lektorat und Korrektorat deiner Geschichte. 

• Außerdem lässt er ein Cover für dich erstellen und den Buchsatz machen.

• Danach sorgt der Verlag dafür, dass dein Buch in den Buchhandel gelangt.

• In der Anfangsphase übernimmt er auch das Marketing.

In der Regel zahlst du für all diese Services nichts. Natürlich gibt es hier auch gefährliche Ausnahmen, auf die ich dich in diesem Artikel schon mal hingewiesen habe. Aber es gibt auch noch andere Gefahren, die hier auf dich lauern. Denn einen großen Publikumsverlag wirst du unter normalen Umständen nicht auf eigene Faust erreichen. Dazu benötigst du nämlich eine Agentur.

Einen Kleinverlag hingegen kannst du auch ohne fremde Hilfe von dir überzeugen. Und das kann auch super funktionieren. Trotzdem möchte ich dich hier warnen. Kleinverlage sind nicht immer die beste Lösung. Ich selbst, sowie auch einige meiner liebsten Kollegen, haben damit keine guten Erfahrungen gemacht. Es ist Vorsicht geboten. Denn oft werden Versprechen nicht gehalten.

Vorteile eines Verlags

  • Teure Services wie Lektorat und Covergestaltung werden für dich übernommen.
  • Du musst dich nicht selbst um den Vertrieb kümmern.
  • Deine Bekanntheit steigt automatisch um die Reichweite des Verlags.
  • Du wirst als Autor „ernstgenommen“.
  • Du hast bei Fragen einen Ansprechpartner.

Nachteile eines Verlags

  • Ohne Agentur hast du bei großen Verlagen keine Chance. Zudem lauern oft Gefahren hinter Druckkostenzuschussverlagen und Kleinverlagen.
  • Du bist vertraglich an den Verlag gebunden.
  • Du hast wenig Mitspracherecht, was die Gestaltung des Buchs anbelangt.
  •  Marketing wird nur in der Anfangsphase übernommen, danach bist du selbst dafür verantwortlich.
  • Wenn das Buch nicht gut ankommt, kann es sein, dass Folgebände einfach nicht übernommen werden.
  • Tantiemen werden in der Regel halbjährlich oder einmal im Jahr ausbezahlt.
  • Die Tantiemen sind niedriger als im Selfpublishing.

Ein Buch im Selfpublishing veröffentlichen

Als Selfpublisher oder Indieautor bist du dein eigener Boss. Das bedeutet aber nicht nur, dass du alles selbst bestimmen darfst, sondern vor allem auch, dass du für alles verantwortlich bist. Du musst Experte auf jedem Gebiet sein: Marketing, Gestaltung, Buchhaltung, …

Die einzelnen Teilbereiche, auf die man sich vorbereiten sollte, wenn man Selfpublishier sein möchte, kann ich dir gern mal in einem eigenen Artikel zusammenfassen, wenn dich das interessiert.

Für Folgende Punkte bist du zumindest bei der Veröffentlichung auf dich selbst gestellt: 

• Ein fehlerloses Manuskript, also einen Lektor zu finden.

• Einen korrekten und ansprechenden Buchsatz.

• Ein zur Zielgruppe passendes Cover (Bitte mach es nicht selbst!)

• Die Wahl eines Anbieters (BoD, KDP, Epubli, …) treffen.

• Das Marketing, Blogger finden, Steuern, …

Als Selfpublisher musst du also ein Rundumtalent sein, wenn du Erfolg haben möchtest und nicht in einem Meer von Indieautoren versinken willst. Es gibt viel zu bedenken, viel zu wissen und viele Fehler zu machen.

Hier meine Pros und Kontras im Überblick:

Vorteile des Selfpublishings

  • Du bekommst keine Absagen. Du kannst veröffentlichen, was du willst.
  • Du hast freie Hand bei gestalterischen Dingen. Das Cover, der Klappentext und die Innengestaltung liegen in deiner Hand.
  • Du bestimmst deinen Erscheinungstermin selbst.
  • Niemand kann dir Vorschriften machen.
  • Die Tantiemen sind höher als bei Verlagen.
  • Bei KDP zum Beispiel erhältst du monatliche Auszahlungen.

Nachteile des Selfpublishings

  • Selfpublisher werden von der Allgemeinheit „weniger erst“ genommen. Es gibt viele Vorurteile.
  • Dein Buch kann schnell untergehen, wenn du es nicht richtig bewirbst.
  • Du kannst zwar gewisse Aufgaben, wie das Coverdesign, abgeben, aber am Ende bist du selbst verantwortlich, wenn dein Buch nicht gut läuft.

Selfpublishing vs Verlag

Also, was ist nun „besser“? Hast du eine Antwort?

Ich habe beide Wege ausprobiert und bin bei beiden Arten der Veröffentlichung in Fallen getappt, konnte aber auch die Vorteile genießen. Es gibt meiner Meinung nach keine universelle Antwort. Sie variiert nicht nur von Autor zu Autor, sondern auch von Geschichte zu Geschichte.

So entscheide ich immer noch für jedes Projekt individuell, ob ich es mit einem Verlag veröffentlichen möchte, oder ob ich es selbst in die Hand nehme. Prinzipiell tendiere ich aber meistens zum Selfpublishing. Warum? Weil ich es liebe, der Boss zu sein.

Nach langer Zeit in einem Job mit überfordertem Chef und teils fiesen, teils unfähigen Mitarbeitern hatte ich genug davon, für jemanden zu arbeiten. Ich hatte genug davon, die Fehler anderer auszubaden. Wenn ich Fehler mache, dann stehe ich dazu. Aber ich will nicht für die Fehler anderer bezahlen. (Das trifft übrigens auch auf eine Erfahrung bei einem Verlag zu, die ich gemacht habe.)

Darum schlägt mein Herz für das Sefpublishing. Ich bin ein kreativer Mensch. Ich will Pläne schmieden und meine Ideen ausleben. Genau so, wie ich mir das vorstelle. Dazu muss ich dir aber auch sagen, dass ich eine ziemlich gute Schulausbildung als Grundlage habe, die mich sowohl im Bereich Buchhaltung, Design, aber auch Marketing vorbereitet hat. Ohne diese Grundkenntnisse hätte ich mir mein heutiges Wissen vielleicht nicht erarbeiten können.

Selfpublishing ist nichts für jeden. Hingegen dem Glauben vieler ist es keine „Alternative“, wenn man keinen Verlagsvertrag bekommt. Es ist harte Arbeit und jeder, der diesen Weg geht, kann wahnsinnig stolz auf sich selbst sein.

Teile uns deine Meinung mit!

Ich bin wahnsinnig gespannt, wie du zu diesem Thema stehst. Hast du schon mal ein Buch veröffentlicht? Wenn ja: Selfpublishing oder Verlag?

Oder stehst du noch vor der Veröffentlichung? Wohin geht deine Präferenz? 

Ich freue mich, von dir zu hören!

Alles Liebe
deine Nina

Psst! Kennst du schon das neueste Cover aus meiner Coverschmiede?

Dir gefällt es? Dann hol es dir, bevor es jemand anderer tut!

Posted by:Nina Hirschlehner

Sag mir deine Meinung!